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EUVisaVO - VO (EU) 2018/1806


HS I M 11

HS III M 17

RAL M 7


Stand 12.07.2019


Neue Visa-Befreiungen

für Kurzaufenthalte

2014 ePass der Republik Moldau

2014 Diplomatenpass von Armenien,

        Aserbaidschan und Kap Verde

2014 Vereinigte Arabische Emirate

2015-2017 best. Karibik-/Pazifikstaaten

2016 Diplomatenpass der VR China

2017 ePass von Georgien und Ukraine

2017 Weitere eDiplomaten-/SpezPässe


Bild: ePass von Georgien, seit März 2017 für 90 Tage innerhalb von 180 Tagen visafrei - Pass überlassen von der Botschaft von Georgien in Berlin

 

Aktuelles


1. Neufassung EUVisaVO 2018

 

Verordnung (EU) 2018/1806 (EUVisaVO) des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14.11.2018 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Außengrenzen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind


ABl.-EU L 303/39 vom 28.11.2018

In Kraft getreten 18.12.2018


Die Neufassung 2018 fasst die EUVisaVO alter Fassung und die Folgeänderungen zusammen.


Die EUVisaVO regelt die

Visumpflicht

- nach Art. 3 I für Drittstaatsangehörige nach Anhang I,

- nach Art. 3 II für Drittstaatsangehörige mit Flüchtlingsstatus und Staatenlose mit Reisedokument eines Staates aus Anhang I,


und die Visumbefreiung

- nach Art. 4 I für 90 Tage in 180 Tagen für Drittstaatsangehörige iSv. Anhang II,

- nach Art. 4 IIa) für Drittstaatsangehörige mit Grenzübertrittsgeehmigung im Rahmen des kleinen Grenzverkehrs,

- nach Art. 4 II b) für drittstaatsangehörige Schüler mit Schülersammelliste eines Anwenderstaates,

- nach Art. 4 II c) für Drittstaatsangehörige mit Flüchtlingsstatus und Staatenlose und Personen, die nicht die Staatsangehörigkeit eines Landes mit Wohnsitz und Reisedokument eines Anwenderstaates


sowie mit Möglichkeit der Visumbefreiung nach nationaler Regelung eines Anwenderstaates unter anderem

- nach Art. 6 I a) für Inhaber von Diplomatenpässen, Dienst-/Amtspässen oder Sonderpässen (in Deutschland § 19 AufenthV),

- nach Art. 6 I b), c), e) für ziviles Flugpersonal und Schiffspersonal (in Deutschland

§§ 23, 24, 25 AufenthV),

- nach Art. 6 II a) für drittstaatsangehörige Schüler mit Schülersammelliste eines Staates nach Anhang II (in Deutschland § 22 AufenthV),

- nach Art. 6 II b) Inhaber eines RAW 1951 oder RAW 1954 eines Staates nach Anhang II (in Deutschland § 18 AufenthV).


Das Straßburger Abkommen vom 20.04.1959 bleibt nach Art. 3 II unberührt

(in Deutschland § 16, Anlage A Nr. 3 AufenthV).

 

2. Anhang II


2.1 Übersicht über die Änderungen 2014 bis 2019


In Anhang I gestrichen und in Anhang II Teil 1 neu aufgenommen bzw erstmals in Anhang II aufgenommen wurden:


Drittstaat


In Anhang II EUVisaVO aufgenommen durch

Inkrafttreten

Republik Moldau

VO (EU) Nr. 259/2014

28.04.2014

Georgien

VO (EU) 2017/372

28.03.2017

Ukraine

VO (EU) 2017/850

11.06.2017

Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland

VO (EU) 2019/592

Ab dem Tag, an dem das EU-Recht keine Anwen-dung mehr auf das Ver-einigte Königreich findet 

Moldau, Georgien und Ukraine mit Zusatz: Nur Inhaber

biometrischer Pässe (ePässe) nach ICAO-Standard.

 

Visabefreiung i.V.m. mit EU-Sichtvermerksabkommen

 

In Anhang I gestrichen und in Anhang II Teil 1 neu aufgenommen werden:

Dominica
Grenada
Kiribati
Kolumbien
Marshallinseln
Mikronesien
Nauru

Palau
Peru
Samoa
Salomonen
St. Lucia
St. Vincent und die Grenadinen

Timor-Leste
Tonga
Trinidad und Tobago
Tuvalu
Vanuatu
Vereinigte Arabische Emirate

jeweils mit dem Zusatz, dass die Visabefreiung erst ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens eines jeweiligen mit der EU zu schließenden Abkommens über die Befreiung von der Visumpflicht gilt. Der jeweilige Zeitpunkt des Inkrafttretens wird im ABl.-EU veröffentlicht.

Seitens Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz wird der Abschluss bilateraler Abkommen erwartet.


Durch Beschluss (EU) 2017/2083, 2017/2084, 2017/2085, 2017/2086, 2017/2087 und 2017/2088, jeweils vom 06.11.2017 – ABl.-EU L 297/1, 3, 5, 7, 9, 11 vom 15.11.2017 – wurden die Visabefreiungsabkommen der EU mit den Drittstaaten Antigua und Barbuda, Barbados, Commonwealth der Bahamas, Föderation St. Kitts und Nevis, Republik Mauritius und Republik Seychellen inhaltlich an den Begriff des Kurzaufenthaltes nach der VO (EU) Nr. 610/2013 und der Neufassung von Art. 6 I VO (EU) 2016/399 angepasst (90 Tage binnen 180 Tagen mit Rückberechnungssystematik).


2.2 Brexit-Vorbereitung hinsichtlich des Vereinigten

Königreichs Großbritannien und Nordirland (2019)


Verordnung (EU) 2019/592 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der VO (EU) 2018/1806 (EUVisaVO) angesichts des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der Union, ABl.-EU L 103I/1 vom 12.04.2019

 

Art. 1 Nr. 1 - Streichung des Vereinigten Königreichs aus Art. 6 II d) EUVisaVO

Art. 1 Nr. 2 - Aufnahme des Vereinigten Königreichs in Anhang II Nr. 1 EUVisaVO

Art. 1 Nr. 3 - Änderung des Titels in "Britische Staatsangehörige, die nicht britische Bürger sind"

Art. 1 Nr. 4 - Aufnahme von Gibraltar in die Gebietslistung in Anhang II Nr. 3 -2. Zeile- EUVisaVO (Bürger der britischen Überseegebiete - British Overseas Territories Citizens)

Art. 2 Satz 1 - Eintritt des Gegenseitigkeitsmechanismus für den Fall der Einführung der Visumpflicht für Staatsangehörige eines EU-/EWR-Staates oder der Schweiz

Art. 2 Satz 2 - Anwendung des Gegenseitigkeitsmechanismus 

Art. 3 - Inkrafttreten der VO (EU) 2019/592 an dem Tag, an dem das EU-Recht keine Anwendung mehr auf das Vereinigte Königreich findet  

 

3. Visa-Erleichterungs- und Visabefreiungsabkommen


Bild: Visummarke Dänemark

© 2017 EU, PRADO

 

3.1 Abkommen mit Armenien, Aserbaidschan und Kap Verde


Die EU hat weitere Abkommen zur Erleichterung der Visaerteilung mit Armenien, Aserbaidschan und Kap Verde abgeschlossen.

Diese beinhalten

- eine verringerte Visagebühr von 35 Euro (statt 60 Euro) für Schengen-Visa Typ C,

- erweiterte Gebührenbefreiungsgründe und  

- erleichterte Anforderungen an den Nachweis des Aufenthaltszwecks und

- visafreie Einreise für Inhaber von Diplomatenpässen für Aufenthalte bis 90 Tage innerhalb von 180 Tagen. 

Vertragsstaat

Beschluss über
den Abschluss

Abkommen

Armenien

in Kraft seit
01.01.2014


vom 22.10.2013

ABl.-EU L 289/1
vom 31.10.2013

vom 17.12.2012

ABl.-EU L 289/2
vom 31.10.2013

Aserbaidschan

in Kraft seit
01.09.2014

vom 14.04.2014

ABl.-EU L 128/47
vom 30.04.2014

vom 29.11.2013

ABl.-EU L 128/49
vom 30.04.2014

Kap Verde 

in Kraft seit
01.12.2014


vom 07.10.2013

ABl.-EU L 282/1
vom 24.10.2013



ABl.-EU L 282/3
vom 24.10.2013

Die EU-Abkommen gelten nicht für die opt-out-Staaten

Dänemark

Großbritannien

Irland


und die Schengen-assoziierten Nicht-EU-Staaten


Island

Liechtenstein

Norwegen

Schweiz


Aufgrund der Empfehlung in der Gemeinsamen Erklärung zu Dänemark, zum Vereinigten Königreich und Irland und zu Island, Norwegen, der Schweiz und Liechtenstein im Anschluss an die Unterschriften haben die opt-out- und Nicht-EU-Staaten mit den o.g. Drittstaaten zum Teil bilaterale Verträge mit vergleichbaren Inhalten abgeschlossen.


Ältere Vertragsstaaten im Wesentlichen gleichlautender Abkommen über die Erleichterung der Visa-Erteilung sind:

Albanien


seit 2010 ePass-Inhaber visafrei gem. EUVisaVO

Bosnien und Herzegowina


seit 2010 ePass-Inhaber visafrei gem. EUVisaVO

Georgien


seit 2017 ePass-Inhaber visafrei gem. EUVisaVO

EJR Mazedonien

s. Nordmazedonien



Republik Moldau

2013 Erweiterung um Visabefreiung für 90 Tage in 180 Tagen für eDienstpassinhaber


seit 2014 ePass-Inhaber visafrei gem. EUVisaVO


Montenegro


seit 2009 ePass-Inhaber visafrei gem. EUVisaVO

Nordmazedonien

(bis 11.02.2019

EJR Mazedonien)


seit 2009 ePass-Inhaber visafrei gem. EUVisaVO

Russische Föderation



Serbien


seit 2009 ePass-Inhaber visafrei gem. EUVisaVO

Ukraine

2013 Erweiterung um Visabefreiung für 90 Tage in 180 Tagen für eDienstpassinhaber


seit 2017 ePass-Inhaber visafrei gem. EUVisaVO


3.2 Visabefreiung für Inhaber von Diplomatenpässen der VR China


Im Januar 2017 tritt das Abkommen der EU und der VR China über die Befreiung der Inhaber von Diplomatenpässen von der Visumpflicht für Kurzaufenthalte - ABl.-EU L 76/19 vom 23.03.2016 - in Kraft.


Das Abkommen regelt die Visabefreiung auf Gegenseitigkeit für Inhaber von Diplomatenpässen der VR China und Inhaber von Diplomatenpässen eines EU-Staates oder eines Laissez Passer der EU nach der VO (EU) Nr. 1417/2013 vom 17.12.2013 - ABl.-EU L 353/26 vom 28.12.2016 - für Aufenthalte bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen. Das Abkommen gilt nicht für Großbritannien und Irland. Im Hinblick auf Dänemark, Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz sind bilaterale Abkommen abgeschlossen worden.

 

Die Unterzeichnung des Abkommens wurde durch Beschluss (EU) 2016/431 vom 12.02.2016 - ABl.-EU L 7617 vom 23.03.2016 - veröffentlicht.


Das Abkommen wurde seit März 2016 vorläufig angewendet und ist ab Januar 2017 in Kraft (ABl.-EU L 358/1 vom 29.12.2016).


4. Visa-Verfahren für visumpflichtige Drittstaatsangehörige


4.1 EU-Visakodex


Die am 05.10.2009 in Kraft getretene VO (EG) Nr. 810/2009 -  EU-Visakodex (ABl.-EU L 243/1 v. 15.09.2009, Abk.: VK) - findet seit 05.04.2010 Anwendung.

Letzte wichtigste Änderungen


VO (EU) Nr. 610/2013

ABl.-EU L 182/1 vom 29.06.2013

In Kraft seit 19.07.2013 mit Wirkung seit 18.10.2013.


VO (EU) 2019/1155

ABl.-EU L 188/25 vom 12.07.2019

In Kraft ab 01.08.2019, Anwendung und Geltung ab 02.02.2020 (Art. 3 II der VO)

 

4.2 Visakategorien 

 

Nach dem VK sind folgende Visa-Kategorien vorgesehen:
Flughafentransitvisum Typ A (Art. 3, 26 VK, § 6 I Nr. 2 AufenthG, § 26 II AufenthV),
Schengen-VisumTyp C (Art. 24 ff VK, §§ 4 I Nr. 1 -1. Alt.-, 6 I Nr. 1, II AufenthG)

- und nationales Visum Typ D (Art. 18 SDÜ, §§ 4 I Nr. 1 -2. Alt.-, 6 III AufenthG). 

 

Das frühere Durchreise-Visum Typ B entfällt als eigene Visakategorie und ist Unterfall des Visakategorie C. 


4.3 Neue Visa-Marke


Auf Grundlage der VO (EU) 2017/1370 wurde durch die


17. VO zur Änderung der AufenthV vom 14.01.2019

BGBl. I 10 vom 22.01.2019


in Anlage 13a AufenthV die neue Visa-Marke eingeführt. Gem. § 80 II AufenthV darf das Visum und das Etikett „Visumverlängerung im Inland“ bis zum 21.12.2019 nach dem bis zum 22.01.2019 geltenden Muster ausgestellt werden. 





4.4. Visum-Antrag (Neu: E-Antrag)


Nach Art. 11 I VK idF nach Art. 1 Nr. 9 a)-c) und Art. 3 II VO (EU) 2019/1155 (ABl.-EU L 188/25 vom 12.07.2019) kann der Visumantrag ab 02.02.2020 mit dem handschriftlich oder elektronisch ausgefüllten Antragsvordruck nach Anhang I gestellt werden.


4.5 Visa-Gebühr (Erhöhung)


Art. 16 I VK wird durch Art. 1 Nr. 12 a) und Art. 3 II VO (EU) 2019/1155 (ABl.-EU L 188/25 vom 12.07.2019) mit Geltung ab 02.02.2020 geändert. Danach beträgt die Visagebühr für das Visum Typ C

- bis 01.02.2020 60 Euro und

- ab 02.02.2020 80 Euro.


Für Staatsangehörige der Vertragsstaaten von Visa-Erleichterungsabkommen beträgt die Gebühr 35 Euro (Staatenliste s.o. unter 3.).


Art. 16 II VK wird durch Art. 1 Nr. 12 a) und Art. 3 II VO (EU) 2019/1155 (ABl.-EU L 188/25 vom 12.07.2019) mit Geltung ab 02.02.2020 geändert. Danach beträgt die Visagebühr für das Visum Typ C für Kinder zwischen sechs und 12 Jahren

- bis 01.02.2020 30 Euro und

- ab 02.02.2020 40 Euro.


Nach Art. 1 Nr. 12 b) und Art. 1 Nr. 19 iVm. Art. 3 II VO (EU) 2019/1155 werden mit Geltung ab 02.02.2020 Art. 16 IIa, 25a VK eingeführt. Danach beträgt die Visabegebühr 120 Euro oder 160 Euro für Staatsangehörige eines Drittstaates im Falle eines Durchführungsbeschlusses über mangelhafte Kooperation des betr. Drittstaates bei der Rückübernahme.


Art. 16 III wird durch Art. 16 IX VK ersetzt, Art. 1 Nr. 12 c), h) VO (EU) 2019/1155.


Stand 12.07.2019